Geschichte

Der Wunsch des Verheißenen Messiasas

hadhrat_mirza_ghulam_ahmadUm die Bildung und Erziehung der Jugend der Jamā’at zu fördern und diese mit der wahren Lehre und der Schönheit der Religion vertraut zu machen, beschloss der Verheißene Messiasas, eine Schule zu errichten. Für diesen Zweck ernannte er ein Komitee, dessen Vorschlag zustimmend, der Verheißene Messiasas am 3. Januar 1898 die Schule „Madrasa Ta‘līm-ul-Islam“ gründete.

Sie begann damals mit der Primarstufe. Im Juli 1898 wurde sie bis zur Mittelstufe ausgebaut, im Juni 1900 bis zur Oberstufe und im Mai 1903 bis zur Hochschule ausgeweitet.

Das Leben dem Glauben widmen

Am 11. Oktober 1905 verstarben zwei ranghohe Gefährten des Verheißenen Messiasas.

Diese Ereignisse bereiteten dem Verheißene Messiasas große Sorge:

Aufgrund des Zustands der Madrasa ist mein Herz voll Gram und verletzt. Die Gemeinschaft der Gelehrten scheidet dahin. Maulwī ‘Abd-ul-Karīm Ṣāḥibsra Feder pflegte sich immerfort zu betätigen und Maulwī Burhānu d-Dīn Ṣāḥibra ist auch verstorben. Nun gibt es keinerlei Stellvertreter.

(Malfūẓāt, Bd. 4, S. 584)

Um die große Lücke, die in der Jamā’at durch den Tod dieser beiden Gefährten entstanden war, zu füllen, wurde die Aufmerksamkeit des Verheißenen Messiasas durch göttliche Eingebung darauf gelenkt, dass langfristig dafür gesorgt werden muss, Gelehrte auszubilden, die eloquent sind und sich dem Dienst an der Religion verpflichten. So wurde in der „Madrasa Ta‘līm-ul-Islam“ im Januar 1906 eine Fakultät „Religionswissenschaften“ zu Lebzeiten des Verheißenen Messiasas errichtet, damit aus ihr Gelehrte für die Rechtleitung der Menschheit hervorgehen, die den Qur’ān kennen. Das Einrichten dieser Abteilung bildete den Grundstein der „Madrasa-e Aḥmadiyya“. Dem Aufruf des Verheißenen Messiasas folgend widmeten zahlreiche Mitglieder ihr Leben für den Dienst des Islam.

Die Jamia Ahmadiyya in der Ära des ersten Khalifenra

hazrat_hakeem_maulvi_kh_1Zu der Abteilung „Religionswissenschaften“ wurden Schüler nach der Primarstufe aufgenommen. Neun Studenten aus dem ersten Jahrgang absolvierten erfolgreich den Abschluss. Später, am 1. März 1909, weihte der erste Khalifra eine separate Lehreinrichtung „Madrasa-e-Aḥmadiyya“ ein. Es wurden Aufnahmebedingungen und Richtlinien aufgestellt. Ebenso wurde ein sieben Jahre umfassendes Curriculum erstellt. Vor seiner Wahl hat der zweite Khalifra vier Jahre die Einrichtung als Direktor geführt. Mit unermüdlichen Anstrengungen und äußerstem Verantwortungsbewusstsein hat er den Entwicklungsprozess der „Madrasa-e-Aḥmadiyya“ maßgebend geprägt. Von Beginn an hatte er im Sinn, die „Madrasa-e-Aḥmadiyya“ zu einem hochrangigen Lehrinstitut weiterzuentwickeln und dadurch die Bedürfnisse der weltweiten Jamā‘at zu stillen. Dazu beorderte erra ein Komitee, und wandelte die Hochschule in „Al-Jāmi’atul Aḥmadiyya“, die Ahmadiyya Universität, um.

Am 20. Mai 1928 wurde die Jāmi‘a Aḥmadiyya offiziell eröffnet.

Im Mai 1939 wurde der spätere 3. Khalifrh zum Direktor der Jāmi‘a Aḥmadiyya berufen.

Die Jamia Ahmadiyya zieht um nach Pakistan

Nach der Teilung des indischen Subkontinents, sind am 10. November 1947 die Lehrer, Studenten und Schüler der Jāmi’a Ahmadiyya und Madrasa-e Aḥmadiyya von Qādiān nach Lahore in Pakistan umgezogen. Wegen Platzmangel wies der zweite Khalif an, beide Einrichtungen nach Aḥmadnagar, bei Rabwah, zu verlegen. Beide Lehranstalten verschmolzen zu Einer.

Ende 1949 wurde beschlossen, dass die Schüler in der Jāmi‘a Aḥmadiyya das Studium mit dem Maulwī Fāḍil, dem offiziell höchsten akademischen Abschluss für islamische Gelehrte in Pakistan, abschließen. Die Jāmi‘a Aḥmadiyya wurde nach sieben Jahren in Aḥmadnagar verlegt und am 22. Februar 1955 nach Rabwah, wo die heutige Zentrale der Ahmadiyya Muslim Jamā’at in Pakistan ist.

Die Dauer des Jāmi‘a-Studiums betrug weiterhin 7 Jahre.

Die ersten Studenten außerhalb Pakistans

Auch wurden in der Jamia Ahmadiyya Pakistan Bewerber aus dem Ausland aufgenommen. Um die Sprachfähigkeiten dieser Studenten anzugleichen, wurden für diese zusätzliche Semester zur Pflicht.

So haben neben Studenten aus Pakistan auch zahlreiche Studenten aus verschiedenen Ländern der Welt dieses Studium in Rabwah abgeschlossen. Mit zunehmenden Anforderungen verspürte man die Notwendigkeit, die „Jāmi‘a Aḥmadiyya“ auszuweiten. So unterteilte Seine Heiligkeit der vierte Khalifrh das Internat und das Universitätsgebäude auf zwei Campus. Die „Jāmi‘a Aḥmadiyya Junior Section“ war für die Studenten des Grundstudiums. Nach erfolgreich abgeschlossenem Grundstudium gehörten die Studenten der„Jāmi‘a Aḥmadiyya Senior Section“ an, wo sie weitere fünf Jahre studierten.

Um den weltweiten Bedarf an Imamen zu decken, wurden in der Amtsperiode des dritten Khalifenrh, zusätzlich zur Jāmi‘a Aḥmadiyya in Rabwah und Qādiān, auch in Indonesien und in einigen Ländern Afrikas Bildungseinrichtungen gebaut, in denen religiöses Wissen vermittelt wurde. Dazu zählen Ghana (1965), Tansania (1970), Nigeria (1974) und Indonesien. Dennoch kamen aus dem Ausland viele Studenten zur Jāmi‘a Aḥmadiyya in Rabwah um zum Schāhid Hochschulabschluss zu graduieren und anschließend in verschiedenen Ländern der Welt ihren Dienst zu leisten.

Der Bedarf an Imamen steigt

Mit der Verbreitung und Zunahme der Jamā’at in vielen Ländern, wies der vierte Khalifrh, den zeitlichen Umständen entsprechend, an, in verschiedenen Ländern der Welt Jāmi‘āt-e Aḥmadiyya zu errichten, um den Jugendlichen der Jamā’at diese religiöse Bildung angedeihen zu lassen.

Folglich wurden in Sierra Leone im Jahre 1987, in Indonesien im Jahre 2000, in Kanada im Jahre 2003 und in Großbritannien im Jahre 2005 Jāmi‘āt-e Aḥmadiyya errichtet, in denen hunderte Studenten für den Dienst an der Religion studieren.

Gründung der Jamia in Deutschland

Im Jahre 2003 beauftragte Seine Heligkeit der fünfte Kalifaba den Bundesvorsitzenden der Ahmadiyya Muslim Jamā’at Deutschland, bis 2008 eine Jāmi‘a in Deutschland zu errichten, damit Jugendliche aus Deutschland und anderen europäischen Ländern in diesem Institut zu Botschaftern des Islam ausgebildet werden. Im Lichte dieser Anweisung wurde ein Jāmi‘a-Komitee aufgestellt, dass sich mit der Organisation des neuen Instituts beschäftigte. Am 17. April 2007 ernannte der fünfte Khalif Herrn Schamshād Aḥmad Qamar zum Direktor der Jāmi‘a Aḥmadiyya Deutschland. Es war vorgesehen die Jāmi‘a im Jahre 2008 zu eröffnen.

Aufgrund einiger rechtlicher Hindernisse konnte kein separates Gebäude für die Jāmi’a Aḥmadiyya gefunden werden. So beschloss die Jamā‘at-e-Aḥmadiyya Deutschland im Lichte der Anweisungen Seiner Heiligkeit des fünften Kalifen die Jāmi‘a in der Zentrale der Ahmadiyya Muslim Jamā’at in Frankfurt zu beginnen.

Der 20. August 2008 war ein besonderer Tag in der Geschichte der Ahmadiyya Muslim Jamā’at Deutschland. Seine Heiligkeitaba weihte höchstpersönlich die Jāmi‘a Aḥmadiyya Deutschland ein. In der Zwischenzeit erwarb die Ahmadiyya Muslim Jamā’at für die Jāmi‘a Aḥmadiyya Deutschland in Riedstadt ein Grundstück. Nach Erhalt der Genehmigung seitens der Behörden und Erfüllen der rechtlichen Auflagen, legte Seine Heiligkeit eigenhändig am 15. Dezember 2009 den Grundstein des Gebäudes.

Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Jāmi‘a Aḥmadiyya Deutschland durch Seine Heiligkeitaba am 17. Dezember 2012 offiziell eröffnet.